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Weitere Kunstorte in Halle (Saale): Vereine, Sammlungen und Stiftungen

Neben der Moritzburg und der Burg Giebichenstein gibt es in Halle weitere Orte, an denen Kunst gezeigt, gesammelt oder gefördert wird. Die Übersicht nennt neun, mit den Daten, die sich belegen lassen. Öffnungszeiten, Preise und Adressen stehen bewusst nicht dabei; sie ändern sich und gehören auf die Seiten der Häuser selbst.

Kunstverein Talstrasse und Kunsthalle Talstrasse

Der Kunstverein „Talstrasse“ ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Er wurde im August 1991 von neun Absolventen der Burg Giebichenstein gegründet. Sein Haus ist eine spätklassizistische Villa an der Talstraße; sie dient seit den frühen 1950er-Jahren als Ateliers für hallesche Künstler. Der Verein zog 1994 ein und zeigte danach regelmäßig Ausstellungen in drei Räumen. 2014 eröffnete ein Erweiterungsbau, der als Kunsthalle zusätzliche Ausstellungsfläche bietet.

Das Programm besteht aus Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit regionalem, nationalem und internationalem Blick, dazu Gespräche, Lesungen, Führungen und Kunstvermittlung. Der Verein gibt vierteljährlich eine regionale Kunstzeitschrift heraus, die über Ausstellungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen berichtet. Er ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV), im Museumsverband Sachsen-Anhalt und im Deutschen Museumsbund.

Hallescher Kunstverein

Der Hallesche Kunstverein e. V. wurde 1834 gegründet und nach der DDR-Zeit 1990 neu gegründet. Er hat seine „Kleine Galerie“ samt Büro in der Innenstadt, wenige Gehminuten vom Marktplatz.

Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

Die Kunststiftung fördert zeitgenössische Kunst in Sachsen-Anhalt durch Stipendien und Projektförderung. Sie sitzt in Halle, im selben Haus befindet sich ihre Galerie, die Stipendiaten und Künstlern aus Sachsen-Anhalt als Plattform für Ausstellungen und Lesungen dient. Das Fördervolumen liegt durchschnittlich bei rund 500.000 Euro im Jahr; über Anträge wird zweimal jährlich entschieden, nachdem ein künstlerischer Beirat sie geprüft hat. Das Stiftungskapital betrug Ende 2017 rund 10,1 Millionen Euro. Gefördert werden unter anderem Malerei, Bildhauerei, Theater, Tanz, Film, Musik, Literatur und Performance.

Zentrale Kustodie der Martin-Luther-Universität

Die Zentrale Kustodie ist eine zentrale Einrichtung der Universität. Sie betreibt das Universitätsmuseum, die Kunstsammlung, das Kupferstichkabinett und die Galerie Hollystraße und sitzt im Löwengebäude am Universitätsplatz. Das Kupferstichkabinett umfasst über 10.000 Blätter vom 15. bis zum 21. Jahrhundert, vor allem Kupferstiche, Radierungen, Lithografien und Holzschnitte, dazu einen kleinen Teil Handzeichnungen; es ist als Lehrsammlung entstanden. Die Kunstsammlung enthält Gemälde und Skulpturen, die Universitätsinsignien von Wittenberg (Universität gegründet 1502) und Halle (1694) sowie eine Porträtgalerie mit 26 Gelehrten- und Fürstenbildnissen des 17. und 18. Jahrhunderts. Eine Dauerausstellung unter dem Titel „Schätze der Universität“ zeigte Insignien und Objekte aus anderen Sammlungen der Universität.

Archäologisches Museum Robertinum

Das Robertinum geht auf eine Lehrsammlung der Universität zurück; 1849 richtete Ludwig Ross in Halle ein kleines archäologisches Museum ein. Das eigene Museumsgebäude am Universitätsplatz wurde von 1889 bis 1891 gebaut und 1891 eingeweiht; benannt ist es nach Carl Robert (1850 bis 1922), dem langjährigen Direktor. Die Sammlung umfasst orientalische, ägyptische, griechische, etruskische, römische und vorderasiatische Objekte sowie Vasen und Kleinkunst, dazu eine Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen und Reliefs.

Kunst- und Naturalienkammer der Franckeschen Stiftungen

Die Kammer ist ein barockes Kuriositätenkabinett mit Naturalien, Kunstgegenständen und Modellen, nicht eine Galerie; die Kunst steckt in den bemalten Kabinettbekrönungen. Gründer war August Hermann Francke, als Lehrsammlung für seine Schulen. Der Maler und Naturforscher Gottfried August Gründler (1710 bis 1775) ordnete sie zwischen 1736 und 1741 in barocken Schränken. Nach Darstellung der Franckeschen Stiftungen wurde hier erstmals in einem Museum das Ordnungssystem Carl von Linnés angewandt. Die bemalten Kronen der Schränke verweisen auf ihren Inhalt.

Luftaufnahme der Franckeschen Stiftungen in Halle mit langen Häuserzeilen mit roten Dächern, Grünflächen und einer Straße
Luftaufnahme der Franckeschen Stiftungen. Foto: Markus Scholz, Wikimedia Commons (öffnet in neuem Tab) (CC BY 4.0)

Werkleitz Gesellschaft

Werkleitz ist ein eingetragener Verein für Film und Medienkunst, gegründet 1993 in Tornitz/Werkleitz im Elbe-Saale-Gebiet und heute in Halle ansässig. Die Werkleitz Biennale fand von 1993 bis 2006 alle zwei Jahre statt; seit 2008 gibt es stattdessen ein jährliches Festival für Film und Medienkunst.

Künstlerhaus 188

Das Künstlerhaus 188 wird seit 1994 von einem gemeinnützigen Verein betrieben und liegt in der Südlichen Innenstadt am Böllberger Weg. Der Schwerpunkt liegt auf bildender Kunst an der Schnittstelle von Handwerk, Kunst und Design, mit Ateliers, Ausstellungen und Veranstaltungen. Es gibt die Weiterbildung „Gestalter:in im Handwerk“.

Kunst im öffentlichen Raum

Halle hat nach Angaben der Stadt etwa 40 künstlerisch gestaltete Brunnen. In Halle-Neustadt wurde Kunst ab den 1960er-Jahren in die Planung der neuen Stadt einbezogen. Zu den Brunnen gehört der Göbelbrunnen des Bildhauers Bernd Göbel.

Wer sich einen Überblick über Ausstellungen verschaffen will, findet ihn im Ausstellungsarchiv.